1. Home
  2. Beiträge
  3. Büro-Tipps
  4. Stressfragen im Vorstellungsgespräch: So bleibst Du souverän!

Stressfragen im Vorstellungsgespräch: So bleibst Du souverän!

Stressfragen im Vorstellungsgespräch: So bleibst Du souverän!
© Tim Gouw / Unsplash

Die Einladung zum Vorstellungsgespräch ist da – die erste Hürde Deiner Bewerbung hast Du also erfolgreich gemeistert. Nun heißt es, sich auf das Gespräch vorzubereiten. Und da spielt es neben der Wahl des richtigen Outfits und dem fachlichen Know-how auch eine Rolle, dass Du für unerwartete Fragen Deines Gegenübers so gut wie möglich gerüstet bist. Denn mithilfe von Stressfragen versuchen Personaler im Bewerbungsgespräch herauszufinden, wie Du Dich in unerwarteten Situationen verhältst.

Hier verrate ich Dir, wie Du trotz solcher trickreichen Fragen Deine Souveränität bewahren kannst.

 

Mit diesen 5 Arten von Stressfragen musst Du rechnen

 

Da es bei Stressfragen in der Regel nicht um Fachkenntnisse oder Wissen geht, nützt Dir eine inhaltliche Vorbereitung hier wenig. Allerdings ist es hilfreich, wenn Du jederzeit damit rechnest, dass Dir vom Gesprächspartner, zum Beispiel Deinem künftigen Chef, überraschende Fragen gestellt werden. Noch besser gewappnet bist Du, wenn Du verinnerlichst, welche 5 Arten von Stressfragen man allgemein unterscheidet:

 

  1. Fangfragen

 

Hier 3 Beispiele für diese Art von Fragen:

  • Wie würden Sie sich selbst in nur einem Wort beschreiben?
  • Was werden Ihre Kolleginnen von Ihnen lernen, wenn Sie den Job bekommen?
  • Was mochten Sie an Ihrer bisherigen Tätigkeit am wenigsten?

 

Solche Fragen zielen darauf ab, dass Du Dich mit einer unbedachten Antwort „verrätst“, also möglicherweise unpassende Aussagen im Hinblick auf Deine Motivation, Deine Ziele oder Deine Arbeitsweise machst. Lass Dich davon am besten gar nicht erst aus der Ruhe bringen und überlege erst mal, bevor Du antwortest. Und natürlich ist es auch immer zulässig, Rückfragen zu stellen.

 

  1. Analogie-Fragen

 

Dazu zählen Fragen wie:

  • Wenn Sie ein Tier wären, welches wäre das?
  • Was würden Sie tun, wenn Sie im Lotto gewinnen?
  • Welche 3 Dinge nehmen Sie auf eine einsame Insel mit?

 

Hier geht es um Fragen, die scheinbar gar nichts mit der ausgeschriebenen Stelle zu tun haben. Die Idee dahinter: Indem Du über andere Bereiche Deines Lebens sprichst, sagst Du etwas über Deine Persönlichkeit, Deine Werte und Deine Motivation aus.

Daher denk auch hier erst mal in Ruhe nach, bevor Du antwortest. Und versuche, bei Deiner Antwort authentisch zu bleiben. Denn es besteht keine Notwendigkeit, hier eine möglicherweise „erwünschte“ Antwort zu konstruieren, von der Du vermutest, dass Sie beim Gegenüber besser ankommt als die „wahre“ Antwort.

 

  1. Provokante Fragen

 

Damit gemeint sind provozierende Fragen oder auch Aussagen wie:

  • Haben Sie sich eigentlich auch noch woanders beworben?
  • Warum sind Sie eigentlich schon so lange auf Jobsuche?
  • So viele Praktika – und nirgends wurden Sie übernommen?

 

In erster Linie geht es hier darum, eine Reaktion oder Äußerung bei Dir hervorzurufen und Deine Schmerzgrenze auszutesten, indem zum Beispiel eine vermeintliche Schwäche angesprochen wird. Aber durch bedachtes Antworten oder Nachfragen kannst Du auch hier Souveränität bewahren.

 

  1. Brainteaser-Fragen

 

Sogenannte Brainteaser (englisch für Gehirnkitzler) sind meist mathematische Aufgaben, Logikrätsel oder unmögliche Schätzfragen, wie zum Beispiel:

  • Wie viele Blätter Papier werden in Deutschland an einem einzigen Tag kopiert?
  • Welcher Tag ist morgen, wenn vorgestern der Tag nach Mittwoch war?
  • Eineinhalb Hühner legen an eineinhalb Tagen eineinhalb Eier. Wie viele Eier legt ein Huhn an einem Tag?

 

Bei solchen Fragen geht es um Deine Analysefähigkeit, logisches Denken und Kreativität. Hierbei gilt: Der Weg ist das Ziel!

  • Analysiere also die Frage zunächst.
  • Stelle bei Bedarf Rückfragen.
  • Versuche Deinen Lösungsweg Deinem Gegenüber zu beschreiben.
  • Begründe, wie Du zu der Lösung gekommen bist.

 

  1. Trichterfragen

 

Darunter versteht man mehrere aufeinanderfolgende Fragen, die immer spezieller werden:

  • Haben Sie schon einmal ein Projekt geleitet?
  • Wie viele Kollegen waren daran beteiligt?
  • Mit welchen Tools haben Sie dabei gearbeitet?

 

Wie bei einem Trichter werden die Fragen immer detaillierter. Die Eingangsfrage erscheint noch harmlos, doch je spezieller es wird, desto schneller stellt sich heraus, ob Du zu Beginn vielleicht nicht ganz wahrheitsgemäß geantwortet hast und wie es um Deine Problemlösungsfähigkeit bestellt ist. Insofern achte darauf, möglichst nicht zu flunkern.

 

Nutze Stressfragen, um Dich selbst zu präsentieren

 

Zum Abschluss möchte ich Dir noch ein nützliches Tool aus dem Coaching vorstellen, das der Karriereberater Martin Wehrle für Stressfragen entwickelt hat – die ABBA-Formel.

A steht dabei für Allgemein, B für Beispiel, B für Bezug zur offenen Stelle, A für Abschluss. In dieser Reihenfolge kannst Du Stressfragen beantworten und Dich gleichzeitig selbst präsentieren. Hier ein Beispiel:

 

Im Vorstellungsgespräch stellt der Chef einer Bewerberin die folgende Frage: „Mal angenommen, ich rufe jetzt ihren bisherigen Chef an und frage ihn, was ihn am meisten an Ihnen gestört hat. Was würde er mir sagen?“

 

Hier die Antwortmöglichkeit:

  1. Allgemein: Generell finde ich es immer wichtig, mit meinem Vorgesetzten im ständigen Austausch zu sein und zu wissen, was mein Chef über meine Arbeit denkt.
  2. Beispiel: Wir hatten zum Beispiel gerade im letzten Jahr durch den Ausfall einer Kollegin einen Engpass im Team, so dass wir häufiger in sehr zeitkritische Situationen geraten sind. Ich habe dabei immer das Feedback meines Chefs eingeholt und wir haben uns abgestimmt, so dass ich am Ende alles pünktlich und fristgerecht liefern konnte.
  3. Bezug: Ich habe in der Stellenausschreibung gesehen, dass Sie in Ihrem Team momentan einige Umstrukturierungen vornehmen. Auch da wäre es mir wichtig, dass wir uns regelmäßig abstimmen, so dass für beide Seiten klar ist, wo die Reise hingehen soll.
  4. Abschluss: Und sicher wird Ihnen mein bisheriger Chef, wenn Sie den anrufen, bestätigen, dass wir uns regelmäßig abgestimmt haben und er mein Organisationstalent und mein strukturiertes Denken immer sehr geschätzt hat.

 

 

Auf diese Weise zeigst Du, dass Du souverän mit der schwierigen Frage-Situation umgehst und nutzt die Stressfrage als Chance, um Dich Deinem potenziellen neuen Chef von Deiner besten Seite zu zeigen.

  Dieser Beitrag wird zur Verfügung gestellt von: ReNoSmart, die Online-Bibliothek für Kanzlei- und Notariatsmitarbeiter  
Theoretisch kann ich praktisch alles!
Der Newsletter für alle Super-ReNos!
Fordere jetzt den kostenlosen E-Mail-Newsletter „Theoretisch kann ich praktisch alles!“ an und wir schenken dir das eBook „Das 1x1 des RVG“ – weil wir Dich super finden! ?
Wenn Du nicht mehr weiter weißt: Der ReNo-Newsletter hilft! Jetzt kostenlos anfordern und eBook im Wert von 29,00 € GRATIS erhalten: