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So merkst Du Dir (fast) alles

So merkst Du Dir (fast) alles
© James Hammond / Unsplash

Bei meinem vorherigen Arbeitgeber gab es einen Kollegen, der sich partout keine Namen merken konnte. Ich hingegen bin darin gut und kann mir auch Gesichter sehr gut einprägen. Da der Kollege und ich beide öfter zusammen in Meetings waren, hatte ich mir im Laufe der Zeit angewöhnt, als sein persönlicher „Gedächtnis-Souffleur“ immer dann einzuspringen, wenn bei ihm mal wieder das Namensgedächtnis stockte. Ein kleiner Hinweis von ihm zur betreffenden Person genügte zumeist und ich wusste, wer gemeint war.

Mittlerweile bin ich schon mehrere Jahre als Freiberufler unterwegs – und der Kollege ohne Namensgedächtnis kommt wahrscheinlich auch ohne mich irgendwie klar. Vielleicht hat er sich in der Zwischenzeit auch mit dem Thema Gedächtnistraining befasst. Denn gerade, wenn es darum geht, sich Namen zu merken, gibt es einen wunderbaren Trick. Diesen und weitere Übungen, mit denen Du es schaffen kannst, Dir (fast) alles zu merken, stelle ich Dir im Folgenden vor.

In Bildern denken

Gedächtnistechniken beruhen alle auf einer gemeinsamen Regel: Inhalte, die wir uns nur schwer merken können, wie zum Beispiel Namen, Zahlen, Daten oder Lernstoff, werden mit Bildern verknüpft. Denn der menschliche Speicher für Dinge, die wir erlebt haben und die mit Assoziationen oder Emotionen verknüpft werden, ist riesig – im Gegensatz zum Speicher für Wissensthemen wie Zahlen und Fakten.

Also arbeiten diese Gedächtnistechniken damit, dass sie Fakten mit Bildern (oder auch Gefühlen und Sinneseindrücken) verknüpfen, was zur Folge hat, dass wir die Fakten künftig mithilfe dieser Eselsbrücken immer wieder abrufen können. Folgende Techniken kann ich Dir besonders empfehlen:

Merktrick 1: So hilfst Du Deinem Namensgedächtnis auf die Sprünge   

Bei dieser Eselsbrücke geht es darum, Namen und Bilder auf emotionale Art und Weise miteinander zu verknüpfen. Das funktioniert in folgenden Schritten:

  1. Zunächst musst Du den Namen der Person bewusst verstehen. Wenn Dir also zum Beispiel ein Mandant seinen Namen nennt und Du hast diesen nicht richtig verstanden, frag unbedingt nach. Am besten sprichst Du den Namen dann auch gleich selbst laut aus, um ihn Dir bewusst einzuprägen.
  2. Im nächsten Schritt überlegst Du Dir ein Bild für den Namen. Es reicht, wenn das Bild Dich an den Namen erinnert, es muss den Namen also nicht zu 100% abdecken – und es muss auch nicht logisch sein. Am besten funktioniert die Verknüpfung, wenn Du die betreffende Person gedanklich etwas tun lässt:
  • Beim Namen „Linda Meissner“ stellst Du Dir eine Tasse aus Meissner-Porzellan vor, aus der die Person einen Lindenblütentee trinkst.
  • Den Namen „Julian Sander“ kannst Du Dir einprägen, indem Du die Person mit einem Badeurlaub im Juli und seinen im Sand spielenden Kindern verbindest.
  • Auch bei längeren oder komplizierteren Namen wie „Annegret Kramp-Karrenbauer“ funktioniert der Trick, indem Du den Namen in mehrere Teile zerlegst und Dir eine Geschichte dazu überlegst. Lass Deine Person zum Beispiel ein bekanntes Märchen wie folgt weiterspinnen: Im Wald haben sich Hänsel und seine Schwester unter eine Tanne gesetzt, da Gretel nach dem vielen Laufen von einem Krampf geplagt wird. Da kommt ihnen auf einem Pferdekarren ein Bauer entgegen, der sie ein Stück mitnimmt.
  1. Auf diese Weise hast Du nun die Person, um die es geht, in Deinem Gedächtnis bebildert. Im letzten Schritt geht es darum, sich dieses Bild bzw. die Vorstellung durch regelmäßige Wiederholung gut einzuprägen. Das kommt Dir anfangs wahrscheinlich etwas mühsam vor, aber mit der Zeit bekommst Du Übung darin, Namen automatisch mit einer bildhaften Assoziation zu verknüpfen.

 

Merktrick 2: So merkst Du Dir umfangreichen Lernstoff mit der Loci-Methode

 Diese beliebte Assoziationstechnik eignet sich besonders gut, wenn Du Dir umfangreichere Inhalte merken willst, wie zum Beispiel längere Listen oder Texte.

Der Begriff „Loci“ bedeutet übersetzt „Orte“ – und genau darum geht es bei der Methode auch. Man legt sich hierbei eine Gedächtnisroute an und merkt sich dabei bestimmte Wegpunkte, die sich gut einprägen lassen. Die gewählte Route kann dabei fiktiv sein – Du kannst aber auch einen Dir bekannten Weg auswählen, zum Beispiel Deinen täglichen Gang zur Arbeit oder eine Route innerhalb Deiner Wohnung. Wichtig ist nur, dass sich ausreichend markante Punkte bieten.

Für den Anfang solltest Du mit 50 Punkten beginnen, die Du in 5 Blöcke mit je 10 Ankerpunkten unterteilst. Das klingt nach viel, ist aber innerhalb einer Stunde problemlos zu bewältigen. Gedächtnistrainer empfehlen dabei, sich die Route zuerst im Kopf zu überlegen und sie erst danach aufzuschreiben.

  • Beispiel:

Ausgehend von dem Bild Deiner Wohnung beginnen wir mit dem Briefkasten, welchen Du immer zuerst öffnest, bevor Du die Haustür aufschließt. In der Wohnung ziehst Du erst mal Deine Schuhe aus und stellst sie ins Schuhregal und legst anschließend Deinen Schlüssel auf der Kommode ab usw.

Sobald Du die ersten 10 Ankerpunkte zusammen hast, schließe die Augen und geh die Punkte gedanklich durch. Wenn die Route mit den insgesamt 50 Ankern einmal steht, kannst Du sie für Deine Listen oder Inhalte, die Du Dir merken willst, verwenden.

 Anwendungsbeispiel:

Die ersten 4 Punkte Deiner Liste aus obigem Beispiel waren: Briefkasten, Haustür, Schuhregal und Kommode. Mit diesen willst Du Dir im Laufe eines Tages merken, was am nächsten Tag im Büro unbedingt zu erledigen ist. Also stellst Du Dir zu jedem Wegpunkt ein Bild vor, zum Beispiel so:

  • Durch den Schlitz des Briefkastens siehst Du das Protokoll, das Du dringend fertigstellen musst.
  • An der Haustür klebt ein Muster der neuen Mandanteninformation, die morgen versandfertig gemacht werden soll.
  • Im Schuhregal stehen die Schuhe der neuen Kollegin, mit der Du Dich morgen zum Einarbeitungsgespräch zusammensetzen willst.
  • Auf der Kommode liegen die Unterlagen für die nächsten Gebührenabrechnungen, die noch von Dir erstellt werden müssen.

Das Schöne an dieser Methode ist, dass Du die einmal gespeicherte Route immer wieder benutzen kann, sie quasi neu „beschreibst“, wenn Du Dir andere Inhalte damit merken willst.

 

Merktrick 3: So prägst Du Dir Passwörter und andere Zahlenkombinationen ein

Auch bei Ziffern und Zahlen kann es hilfreich sein, wenn Du sie durch anschauliche Bilder nachhaltig im Gedächtnis verankerst. Am einfachsten geht das, wenn Du jeder Zahl ein Bildmotiv zuordnest, das entweder Ähnlichkeit mit der Ziffer hat oder logisch zu ihr passt. Folgende sind dabei besonders beliebt:

0 – Ei oder Reifen

1 – Kerze oder Bleistift

2 – Schwan oder Gartenschlauch

3 – Dreizack oder Brille

4 – Vierblättriges Kleeblatt oder Auto

5 – Sichel oder Hand

6 – Trillerpfeife oder Würfel

7 – Angel oder Sense

8 – Sanduhr oder Schneemann

9 – Blume oder umgedrehter Golfschläger

Wenn Du zu jeder Ziffer ein für Dich einprägsames Bild verinnerlicht hast, kannst Du Dir im nächsten Schritt mit Hilfe deiner Symbole und einer dazugehörigen Geschichte längere Zahlenfolgen merken.

Wichtig ist dabei, dass Du in Deiner Geschichte die Symbole in der richtigen Reihenfolge verwendest, damit Du auf die korrekte Ziffernfolge kommst.

Auch dazu ein Beispiel:

Die neue PIN-Nummer für Dein Handy lautet 4583 – in Bilder lässt sich das wie folgt übersetzen:

  • Auto
  • Hand
  • Schneemann
  • Brille

 

Nun denkst Du Dir eine Geschichte aus, in der diese vier Dinge vorkommen:

An einem verschneiten Wintertag setzt Du Dich ins Auto (4) und wischst mit der Hand (5) die von innen beschlagenen Scheiben frei. Den Schneemann (8), den Dein kleiner Bruder gestern in der Einfahrt gebaut hat, bemerkst Du erst, nachdem Du Dir Deine Brille (3) aufgesetzt hast.

 

Fazit: Mit diesen drei Methoden kannst Du in relativ kurzer Zeit Dinge auswendig lernen oder Dir Zahlenkombinationen merken. Am Anfang mögen Dir die Übungen zwar aufwändiger erscheinen als sich z.B. die Ziffern einfach so zu merken. Aber wenn Du es mit längeren Zahlenfolgen (Handynummer, IBAN usw.) zu tun hast, zahlen sich solche Techniken schnell aus. Und Du wirst feststellen: Das Gedächtnis lässt sich trainieren – es braucht dazu eigentlich nur etwas Fantasie!

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