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So lernst Du, richtig Feedback zu geben (und zu bekommen)

So lernst Du, richtig Feedback zu geben (und zu bekommen)
© Obie Fernandez/Unsplash

Jemand anderem eine Rückmeldung zu seiner Arbeit zu geben oder Kritik daran zu üben, ist ein heikles Thema. Es gibt Kollegen und Vorgesetzte, die machen sich überhaupt nichts daraus, anderen zu sagen, wenn ihnen etwas nicht gepasst hat oder sie mit Deiner Arbeit nicht zufrieden sind.

Die meisten Menschen tun sich aber schwer damit, Feedbackgespräche zu führen – das betrifft übrigens Führungskräfte genauso wie deren Teammitglieder. Dabei sind solche Rückmeldungen anderer an sich für unsere Arbeit sehr wertvoll. Denn wenn Feedback richtig formuliert wird, können wir daraus lernen und uns weiterentwickeln.

Im Folgenden verrate ich Dir 5 Tipps, die es Dir leichter machen, anderen Teammitgliedern eine kritische Rückmeldung zu geben – und wie Du selbst mit der Kritik von anderen am besten umgehst.

 

Feedbackregel Nr. 1: Ein Feedback solltest Du immer zeitnah äußern  

Du ärgerst Dich regelmäßig darüber, wie Deine Bürokollegin bei der Bearbeitung des gemeinsamen E-Mail-Postfachs vorgeht und weißt nie genau, was schon erledigt ist und was nicht? Aber Du traust Dich nicht, ihr das zu sagen, weil Du Dich vor ihrer Reaktion fürchtest?

Schiebe das besser nicht auf die lange Bank und warte nicht, bis Dein Geduldsfaden reißt. Denn dann eskaliert die Situation möglicherweise. Stattdessen solltest Du immer zeitnah äußern, wenn Dich etwas stört. So kannst Du auch direkt Bezug nehmen auf eine Mail, bei der wieder mal unklar ist, was noch zu tun ist – und der Einstieg in das unliebsame Gespräch ist schon mal geschafft!

Aber Achtung: Kritisiere die Kollegin nicht vor anderen! Und gib auch kein Feedback,

wenn Du gerade wütend bist!

 

Feedbackregel Nr. 2: Auf das genaue Beobachten kommt es an

Bevor Du das Gespräch mit der Kollegin suchst, solltest Du erst mal bei Dir selbst anfangen und Dich fragen, warum Dich ihre Arbeitsweise eigentlich stört? Welche Folgen hat das für Deine eigene Arbeit? Können dadurch Fehler passieren? Ist es zum Beispiel schon mal vorgekommen, dass Ihr beide parallel eine E-Mail an einen Mandanten versendet habt, weil unklar war, wer sich darum kümmert?

Oder gibt es vielleicht auch noch eine andere Sicht auf die Dinge? Vielleicht ist Deine Art, die E-Mails zu verwalten, aus Sicht Deiner Kollegin auch nicht sinnvoll. Versuche also vor dem Feedbackgespräch, das Kritik-Thema möglichst objektiv zu betrachten – so könnt Ihr vielleicht beide im Gespräch etwas voneinander lernen.

 

Feedbackregel Nr. 3: So konkret wie möglich 

Versuche, Deine Kritikpunkte so genau wie möglich zu formulieren. Sag also nicht einfach „Mit Deinen E-Mails komme ich nicht klar“, sondern beschreib der Kollegin, wo genau das Problem liegt. Und zeige ihr ein Beispiel auf, wie man es auch anders machen könnte. Wenn Du Dein Anliegen ausgesprochen hast, frag nach, ob deutlich geworden ist, was Du meinst – und was die Kollegin davon hält. Vielleicht könnt Ihr Euch auch gemeinsam bei anderen Kolleginnen aus dem Team Rat holen, welche Abläufe im Hinblick auf die E-Mails sich dort als nützlich erwiesen haben.

 

Feedbackregel Nr. 4: Achte auf eine gute Mischung aus Lob und Kritik

Kritik zu äußern muss erlaubt sein – solange man sich dabei trotzdem noch respektiert und wertschätzend miteinander umgeht. Daher ist es auch so wichtig, dass Du im Feedbackgespräch nicht nur Negatives aufzählst, sondern für eine gute Mischung aus Lob und Kritik sorgst. Überlege Dir also vor dem Gespräch, was Du an der Kollegin besonders schätzt oder was Du von ihr übernommen hast, weil Du es gut findest.

Und starte das Kritikgespräch am besten mit einer Formulierung wie: „Was ich Dir jetzt sage, sind nur Verbesserungsvorschläge. Also fasse es bitte nicht als Kritik auf“.

Versuche außerdem, nach der Formulierung der Kritikpunkte mit einem Lob abzuschließen, etwa so: „Wie gesagt, es ist mein Eindruck, dass wir das anders lösen sollten. Vielleicht hast Du ja auch schon eine Idee, so wie neulich, als Du diesen genialen Einfall hattest, wie wir die Briefpost zügiger bearbeitet bekommen.“

 

Regel Nr. 5: So kannst Du reagieren, wenn Du selbst Kritik erhalten hast  

Wenn Du ein Feedback von Deinem Chef oder einer Kollegin bekommen hast, solltest Du Dir immer vor Augen halten, dass es dabei nicht um Dich als Mensch geht, sondern um eine Meinung einer anderen Person zu Deinem Arbeitsergebnis oder Deinem Verhalten. Das relativiert das Ganze ungemein – und so vermeidest Du auch, die Kritik zu verallgemeinern. Wenn Dein Chef zum Beispiel ein von Dir verfasstes Protokoll bemängelt, dann heißt das nicht, dass alle zuvor verfassten Protokolle auch in die die „Ablage P“ gehören.

Wichtig ist außerdem, dass Du auch als Empfängerin von Feedback möglichst objektiv an die Sache rangehst: Überleg Dir, ob Du aus der geäußerten Kritik nicht vielleicht etwas lernen kannst. Frag Deinen Chef ruhig auch, ob er Dir einen guten Rat geben kann, wie Du es beim nächsten Mal besser machen kannst. Und vereinbare mit ihm, wie Ihr beide weiter mit dem strittigen Thema verfahren werdet. Legt zum Beispiel fest, dass Ihr das nächste von Dir geschriebene Protokoll zusammen kritisch anschaut.

 

 

 

 

 

 

  Dieser Beitrag wird zur Verfügung gestellt von: ReNoSmart, die Online-Bibliothek für Kanzlei- und Notariatsmitarbeiter  
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