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Der erste Eindruck zählt – aber es liegt an Dir, welchen Eindruck Du hinterlässt!

Der erste Eindruck zählt – aber es liegt an Dir, welchen Eindruck Du hinterlässt!
©EwaStudio, Adobe Stock

Bestimmt erinnerst Du Dich noch an das Vorstellungsgespräch bei Deinem Chef oder Deiner Chefin. Vermutlich hast Du Dir im Vorfeld ziemlich viele Gedanken um das richtige Outfit gemacht. Denn wie heißt es so schön: „Der erste Eindruck zählt!“ Da ist es nur logisch, dass Du im Bewerbungsgespräch ein möglichst positives Erscheinungsbild abgeben möchtest – schließlich willst Du den Job ja bekommen!

Nicht nur im Berufsleben, auch beim ersten Date oder bei jedem anderen Erstkontakt mit anderen Menschen ist es so, dass wir innerhalb einer Zehntelsekunde ein ziemlich genaues Urteil über unser Gegenüber fällen. Danach steht fast unwiderruflich fest, ob wir jemanden sympathisch, attraktiv oder vertrauenswürdig finden – oder eben nicht!

Hinter diesem „Schubladendenken“ stecken einerseits unsere Werte, Erinnerungen und Erfahrungen.  Der erste Eindruck wird aber vor allem durch 3 psychologische Effekte bestimmt. Und wenn Du diese kennst, kannst Du beeinflussen, in welche Schublade Du selbst einsortiert wirst.

Diese 3 Faktoren bestimmen den ersten Eindruck

  • Primacy-Effekt

Der Primacy-Effekt (oder auch Primär-Effekt) besagt, dass man sich an eine früher eingehende Information besser erinnert als an eine Information, die man später erhalten hat.

Noch bevor Du beim ersten Kontakt mit einer anderen Person etwas gesagt hast, wirken also schon Dein Gesichtsausdruck, Deine Körperhaltung, Deine Frisur und Kleidung oder auch Dein Geruch auf das Gegenüber.

Bei meinem früheren Arbeitgeber hatte ich zum Beispiel eine Kollegin, die das gleiche Parfum benutzte wie meine Schwiegermutter. Und natürlich sorgte hier der Primacy-Effekt dafür, dass ich bei der ersten Begegnung mit dieser Kollegin sofort bestimmte Eigenschaften meiner Schwiegermutter mit ihr verbunden habe.

  • Halo-Effekt

Beim Halo-Effekt (oder Überstrahlungseffekt) handelt es sich ein Phänomen, bei dem wir andere Menschen aufgrund eines besonders auffälligen Merkmals beurteilen. Dieses einzelne Merkmal „strahlt“ quasi in andere Bereiche aus und bestimmt so unser Urteil über die Person.

Ich muss dabei immer an einen Teilnehmer einer Fortbildung denken, die ich vor Jahren mal besucht habe. Dem Pechvogel wurde nämlich durch ein Ungeschick eines anderen Mitstreiters gleich in der ersten Pause ein Becher Kaffee über sein blütenweißes Hemd gekippt. Trotz einer ansonsten vollkommen gepflegten Kleidung dieser Person ist der unansehnliche Kaffeefleck das, was sich allen Teilnehmern aufgrund des Halo-Effekts in der Erinnerung festsetzt.

  • Rosenthal-Effekt

Der Psychologie-Professor Robert Rosenthal hat in Tests herausgefunden, dass auch Vorabinformationen, die wir über einen Menschen erhalten, einen Einfluss auf unseren ersten Eindruck haben.

Dein künftiger Vorgesetzter etwa könnte sich zum Beispiel seinerseits auf das Bewerbungsgespräch vorbereiten, indem er sich Dein Profil bei Facebook oder Instagram anschaut. Dann wird er bereits mit einer Erwartung in Euer Gespräch gehen, die geprägt ist von dem Eindruck, den er in den sozialen Medien von Dir erhalten hat.

6 Tipps, mit denen Du einen guten ersten Eindruck machst

Tipp Nummer 1: Information ist da A und O

Je mehr Du über Dein Gegenüber weißt, desto einfacher ist es, dessen Wahrnehmung zu steuern. Also recherchiere vor einem wichtigen Gespräch und überlege, welche Vorstellungen und welche Erwartungshaltung Dein Gesprächspartner mitbringen wird.

Tipp Nummer 2: Anpassen ja, verstellen nein 

Wenn Du weißt, was Dein Gegenüber von Dir erwartet, versuche Dein Auftreten an diese Erwartungen anpassen – natürlich ohne Dich dabei zu verstellen! Ein wenig Schauspielerei kann dabei nicht schaden. Aber Du solltest immer für Dich persönlich ausloten, wo die Grenzen sind.

Tipp Nummer 3: Du musst nicht perfekt sein 

Kein Mensch ist vollkommen (das wäre ja auch langweilig). Daher stehe zu Deinen Fehlern und versuche gar nicht erst, sie zu verbergen! Versuche stattdessen, Deine Ecken und Kanten zu akzeptieren – das strahlt dann auch positiv auf Dein Gegenüber aus.

Tipp Nummer 4: Der Ton macht die Musik

Achte im Gespräch nicht nur darauf, was Du sagst, sondern auch wie Du es sagst! Stimmlage, Tonfall, Sprechtempo und Lautstärke haben einen Einfluss darauf, ob Dein Gegenüber Dich sympathisch findet. Und natürlich kommt es immer auch auf die richtige Wortwahl an, wenn Du einen positiven Eindruck hinterlassen willst. Versuche daher am besten gleich zu Beginn des Gespräches mit einer netten Bemerkung zu punkten. Wenn Dir zum Beispiel die schöne Altbauvilla, in der Dein Jobinterview stattfindet, besonders gut gefällt, dann sprich das ruhig aus.

Tipp Nummer 5: Das äußere Erscheinungsbild nicht vergessen!       

Auf eine gepflegte äußere Erscheinung solltest Du bei wichtigen Gesprächen wie dem Bewerbungsgespräch immer achten. Aber gleichzeitig darf Dein Outfit auch keine Verkleidung sein. Wenn Du Dich in Deiner Kleidung nicht wohl fühlst, ist das ein zusätzlicher (vermeidbarer) Stressfaktor im Gespräch.

Hier sind wir auch wieder beim Thema Geruch: eine Knoblauchfahne solltest Du ebenso vermeiden wie zu viel Parfum, was bei Deinem Gesprächspartner möglicherweise Kopfschmerz verursacht.

Tipp Nummer 6: Nicht zu bescheiden sein

Versuche, mit einem starken Selbstbewusstsein in das Gespräch zu gehen und nicht zu bescheiden aufzutreten. Versuche, Deine Stärken möglichst genau einzuschätzen. Das kannst Du üben, indem Du Dir vor dem Gespräch eine möglichst vollständige Liste machst mit all den Dingen, die Du gut kannst.

Wenn Du diese Tipps beachtest, bist Du gut gerüstet für das nächste wichtige Gespräch. Natürlich kommt es nicht nur auf äußeren Faktoren an, sondern auch auf die Inhalte. Aber ein positiver Einstieg verschafft Dir eine bessere Ausgangslage, auf der Du aufbauen kannst.

 

 

Dieser Beitrag wird zur Verfügung gestellt von: ReNoSmart, die Online-Bibliothek für Kanzlei- und Notariatsmitarbeiter

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