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Der Deutsche Qualitätsrahmen (DQR) als Vergleichsmöglichkeit

Der Deutsche Qualitätsrahmen (DQR) als Vergleichsmöglichkeit

Wir hatten kürzlich über die Modernisierung des BBiG berichtet. Der Regierungsentwurf liegt zwar noch nicht vor, aber aus den Rückmeldungen auf unseren Beitrag ist uns bewusst geworden, dass die Bedeutung des Deutschen Qualitätsrahmens (DQR) als Vergleichsmöglichkeit mit anderen (auch internationalen) Abschlüssen noch nicht allen bekannt ist.

Der DQR hat zum Ziel Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Qualifikationen transparenter zu machen und beschreibt auf acht Niveaustufen fachliche und personale Kompetenzen. Hieran orientiert sich die Einordnung der Qualifikationen, die in

  • der allgemeinen Schulbildung,
  • der Hochschulbildung und
  • der beruflichen Bildung

erworben werden.

Der Kompetenzbegriff spielt im DQR eine bedeutende Rolle und ist einigen Kollegen und Kolleginnen sicherlich im Rahmen der Novellierung der ReNoPat über den Weg gelaufen. Kompetenzen werden dabei als „die in lebenspraktischen Zusammenhängen weiterwirkenden Ergebnisse von Lernprozessen“ definiert.

Auf die für unseren Bereich wichtigen Stufen 4 und 6 im DQR wollen wir heute kurz eingehen.

Die Abschlüsse in der ReFa/ReNoFa/NoFa/PaFa-Ausbildung sind dem Niveau 4 zugeordnet. Dieses beschreibt die Kompetenzen, die „zur selbständigen Planung und Bearbeitung fachlicher Aufgabenstellungen in einem umfassenden, sich verändernden Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld benötigt werden.“

Mehr Infos zu dieser Einstufung gibt’s hier:  https://www.dqr.de/content/2334.php

Rechtsfachwirte entsprechen der Niveaustufe 6. Dieses beschreibt die Kompetenzen, die „zur Planung, Bearbeitung und Auswertung von umfassenden fachlichen Aufgaben- und Problemstellungen sowie zur eigenverantwortlichen Steuerung von Prozessen in Teilbereichen eines wissenschaftlichen Faches oder in einem beruflichen Tätigkeitsfeld benötigt werden. Die Anforderungsstruktur ist durch Komplexität und häufige Veränderungen gekennzeichnet.

Die Stufe 6 entspricht dem Bachelor.

Mehr Infos zu dieser Einstufung gibt’s hier: https://www.dqr.de/content/2336.php

Grundsätzlich ist zu beachten, dass der DQR nur einen orientierenden Charakter und keine regulierende Funktion hat. Die einzelnen Zugangsberechtigungen in Deutschland ändern sich durch den DQR nicht. Das Erreichen eines bestimmten DQR-Niveaus verschafft nicht automatisch Zugang zum jeweils „nächsten Niveau“. Es ist daher ratsam, vorab die Einzelheiten zu prüfen, die für einen Zugang zu einer aufsteigenden Weiterbildungsmaßnahme notwendig sind.

Warum nehmen wir uns dem Thema überhaupt an? Die Änderungen des § 53 BBiG nF sollen die Durchlässigkeit erleichtern (Siehe Artikel zum BBiG vom 4. April 2019)

Die drei Fortbildungsstufen des § 53 BBiG nF der höher qualifizierenden Berufsbildung, nämlich

  • der/die Berufspezialist/in (DQR Niveau 5),
  • der/die Berufsbachelor/in (Stufe 6) und
  • der/die Berufsmaster/in (Stufe 7)

sollen ebenfalls vergleichbar sein mit dem Qualifikationsrahmen für deutsche Hochschulabschlüsse. In diesem sind die Kompetenzen der Stufen 1 (Bachelorebene), 2 (Masterebene) und 3 (Doktoratsebene) beschrieben und diese wiederum entsprechen hinsichtlich der beschriebenen Anforderungen den Niveaustufen 6, 7 und 8 des DQR. Der nationale Hochschulrahmen ist Bestandteil des Deutschen Qualifikationsrahmens für Lebenslanges Lernen (DQR).

Qualitätsrahmen für Deutsche Hochschulabschlüsse:

https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2017/2017_02_16-Qualifikationsrahmen.pdf

 

Um eine Vergleichbarkeit auf europäischer Ebene zu schaffen, gibt es den Europäischen Qualitätsrahmen (EQR).

Weiterführende Informationen gibt’s hier: https://ec.europa.eu/ploteus/content/descriptors-page

Welche Bedeutungen diese Änderungen im BBiG n.F. haben können, werden wir unter anderem auf dem DAT klären und wieder berichten.

 

-> Noch Fragen? Für Rückfragen stehen wir euch gerne zur Verfügung! 

Sabine Vetter, Vorstandsmitglied des Forum Deutscher Rechts- und Notarfachwirte e.V.; erreichbar unter vetter@rechtswirtforum.de und

Ronja Tietje, Vorstandsmitglied des Reno Bundesverbandes, erreichbar unter Tel. 0170-8104398 oder per Mail unter ronja.tietje@renobundesverband.de.

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