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2020 Mindestausbildungsvergütung für ReNo Azubis

2020 Mindestausbildungsvergütung für ReNo Azubis

Der Mindestlohn für Azubis ging bereits durch die Presse, also wird es Zeit, dass wir etwas ausführlicher berichten. Wie bereits im Beitrag vom 04.04.2019 angekündigt, wird das BBiG geändert. Seit dem 15.05. liegt der Gesetzesentwurf vor.

Im Koalitionsvertrag war der Gedanke bereits verankert und nun kommt alles ins Rollen. Frau Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat das Jahr 2019 zum „Jahr der Berufsbildung“ erklärt, um die Attraktivität der beruflichen Bildung zu stärken und es scheint tatsächlich vieles in Bewegung zu geraten.

Zwar ist für unseren Beruf die Einführung einer Mindestlohnvergütung ein wichtiger Bestandteil der BBiG-Novelle, da es gerade für unsere Berufe keine Tarifbindung gibt, aber nach den durchschnittlichen Kammerempfehlungen im ersten Lehrjahr wird es nur wenige Kammern betreffen. In Zahlen:

Für Ausbildungsverträge, die 2020 geschlossen werden, gilt im:

  • ersten Ausbildungsjahr mindestens 515 Euro.
  • zweiten Jahr steigt die Vergütung auf 608 Euro (plus 18 Prozent),
  • dritten auf 695 Euro (plus 35 Prozent)
  • vierten Ausbildungsjahr auf 721 Euro (plus 40 Prozent).

Ein weiteres zentrales Element der BBiG-Novelle ist die Einführung transparenter Fortbildungsstufen. Abschlüsse werden künftig die Bezeichnungen „Geprüfte/r Berufsspezialist/in“, „Bachelor Professional“ oder „Master Professional“ tragen. Die Gleichwertigkeit von beruflicher Fortbildung und Studium soll dadurch sichtbarer werden. Weil die Bezeichnungen international verständlich sind, können sie zudem die Mobilität für berufliche Aufsteigerinnen und Aufsteiger fördern.

Inwieweit die ersten Weiterbildungsstufe für unseren Beruf relevant werden kann, wird sich noch weisen. Hier könnten in Zukunft die Verordnungsgeber gefragt sein.

Für die zweite Weiterbildungsstufe gibt es nach heutigem Stand eine klare Regelung. Was für den Notarfachwirt noch nicht gilt, ist für den Rechtsfachwirt als anerkannte Weiterbildung eindeutig.

Aus dem geprüften Rechtsfachwirt wird künftig der „Bachelor Professional“. Die bisherige Bezeichnung „Geprüfter Rechtsfachwirt“ kann nach dem bisherigen Gesetzesentwurf neben der neuen Bezeichnung ebenfalls bestehen bleiben. Die Novelle richtet sich zunächst an die sogenannten Verordnungsgeber, die Fortbildungsordnungen erlassen (insb. Bundesministerien). Sie bezieht sich daher auf die künftige Regelung und Vergabe von Abschlussbezeichnungen, aber eben auch den entsprechenden Titelschutz.

Nichts desto trotz möchten wir empfehlen zu prüfen, ob Ihr Abschlusszeugnis den Zusatz des DQR Niveau enthält.

Stufe 4 für ReFa/ReNo/NoFa/PaFa

In der ReNoPatAusbV ist der Zusatz zwar nicht geregelt, wer aber ins Ausland möchte, sollte die Kammer bitten eine Bestätigung über das erlangte DQR Niveau auszustellen und ebenfalls gem. § 37 Abs. 3 S 1 BBiG eine französische oder englische Fassung beantragen.

Stufe 6 für Rechtsfachwirte

Für Rechtsfachwirte wurde aufgrund der „Empfehlung des Hauptausschusses des Bundesinstitutes für Berufsbildung (BiBB) vom 08.10.2013 zur Formulierung des Hinweises zur Ausweisung des DQR-Niveaus auf Zeugnissen“, die Formulierung in der Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Rechtsfachwirt/Geprüfte Rechtsfachwirtin am 26.03.2014 geändert. (Fünfte Verordnung zur Änderung von Fortbildungsprüfungsverordnungen vom 26.03.2014).

Die Anlagen 1 und 2 gem. § 6 Abs. 2 RechtsfachwPrV (Link https://www.gesetze-im-internet.de/rechtsfachwprv/RechtsfachwPrV.pdf) lauten

Gemäß § 6 Abs. 2 der Verordnung in der aktuellen Fassung ist im Zeugnis folgender  Zusatz hinzuzusetzen:

 „Dieser Abschluss ist im Deutschen und Europäischen Qualifikationsrahmen dem Niveau 6 zugeordnet; vergleiche Bekanntmachung vom 1. August 2013 (BAnz AT 20.11.2013 B2)“.

 

Wie im Beitrag vom 02.05.2019 erwähnt, sind die Fortbildungsabschlüsse nach dem Berufsbildungsgesetz und die hochschulischen Abschlüsse verschiedenartig, da die einen der höherqualifizierenden beruflichen Bildung und die anderen der akademischen Hochschulbildung gehören.

Die neuen Abschlussbezeichnungen machen aber deutlich: Abschlüsse der beruflichen Fortbildung sind den Hochschulabschlüssen gleichwertig. Was im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) schon länger feststeht, wird nun auch in den Bezeichnungen deutlich.

 

-> Noch Fragen? Für Rückfragen stehen wir euch gerne zur Verfügung!

 

Sabine Vetter, Vorstandsmitglied des Forum Deutscher Rechts- und Notarfachwirte e.V.; erreichbar unter vetter@rechtswirtforum.de und

Ronja Tietje, Vorstandsmitglied des Reno Bundesverbandes, erreichbar unter Tel. 0170-8104398 oder per Mail unter ronja.tietje@renobundesverband.de.

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